2026-04-05 | Gesegnete Ostern!

Vor gut 2000 Jahren lief da ein Prediger in Israel umher. Einer von vielen in jener Zeit. Er sprach davon, dass das Reich Gottes nahe ist – wie andere auch. Aber es war etwas anders mit ihm: Das Volk attestierte ihm: „denn er lehrte sie wie einer, der Vollmacht hat, und nicht wie ihre Schriftgelehrten.“ (Mt 7,29). Dazu kam, dass er seine Vollmacht demonstrierte: „Alle Leute versuchten, ihn zu berühren; denn es ging eine Kraft von ihm aus, die alle heilte“ (Lk 6,19). Jesus kam also nicht nur mit netten, vielversprechenden neuen Sichtweisen und Auslegungen daher, sondern seine Machttaten – Heilungen, Befreiung von Besessenen – demonstrierten seine Vollmacht.

Er legte die Heilige Schrift, wie sie damals vorlag (wir nennen sie heute das Alte Testament) teils neu aus, nämlich so, wie es von Gott ursprünglich gedacht und gewollt war, etwa zum Thema Ehescheidung: „Er [Jesus] antwortete: Nur weil ihr so hartherzig seid, hat Mose euch gestattet, eure Frauen aus der Ehe zu entlassen. Am Anfang war das nicht so“ (Mt 19,8). Denn in den 10 Geboten hieß es: „Du sollst nicht die Ehe brechen“ (Exodus 20, 14). Und Jesus verschärft sogar den Tatbestand des Ehebruchs: „Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst nicht die Ehe brechen. Ich aber sage euch: Jeder, der eine Frau ansieht, um sie zu begehren, hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen“ (Mt 5, 27+28). Soll heißen: der eigentlichen Tat geht immer der Gedanke voraus. Jesus erhob somit Anspruch auf die Deutungshohheit des Wortes Gottes. Die Pharisäer und Schriftgelehrten fühlten sich dadurch klar ins Abseits gedrängt und hatten Angst um ihre Machtstellung. Daher wollten sie ihn beiseite schaffen. Aus prophetischer Eingebung heraus aber sagte Kajaphas, der Hohepriester jenes Jahres: „Ihr bedenkt nicht, dass es besser für euch ist, wenn ein einziger Mensch für das Volk stirbt, als wenn das ganze Volk zugrunde geht“ (Joh 11,50+51).

Wenn auch aus menschlicher Sicht Jesus aus Eifersucht der Gelehrten sterben musste, so war der wahre Grund Jesu Leiden bis zum Tod am Kreuz jener: „Alle haben ja gesündigt und die Herrlichkeit Gottes verloren“ (Röm 3,23). Nach dem Sündenfall war der Himmel Gottes menschenleer; nur die treuen Engel waren darin. Diesen Zustand – dass seine menschlichen Geschöpfe nicht bei ihm sein konnten – fand unser Gott, der ganz Liebe ist, offenbar unerträglich. Aber er konnte auch nicht mit einem Wort die vielen Sünden der Menschen einfach verzeihen und vergessen, denn die Gerechtigkeit fordert Wiedergutmachung. Aus Liebe wollte er uns aber diese gewaltige Sühneleistung nicht aufbürden – vermutlich wären wir auch nicht dazu im Stande dazu gewesen.

So war es also sein genialer Plan, selbst in seiner 2. göttlichen Person (Jesus) diese Sühneleistung auf sich zu nehmen. So zahlte Jesus unsere Schuld an jenem ersten Karfreitag. Den durchgestrichenen Schuldschein erwerben wir in jeder Beichte und nur ein Bruchteil der eigentlich angemessenen Sühne müssen wir nach der Beichte verrichten. Meist trägt uns der Priester nur ein Gebet auf.

Das Erlösungswerk Gottes ist mit dem Karfreitag vollendet. Aber die Geschichte Jesu damit noch nicht! Denn mit der Sünde kam der Tod zum Menschen. Paulus erklärt es so: „Wie durch einen einzigen Menschen die Sünde in die Welt kam und durch die Sünde der Tod und auf diese Weise der Tod zu allen Menschen gelangte, weil alle sündigten … “ (Röm 5, 12), so hat durch die Sühne des einen Gottmenschen Jesus der Tod seinen Schrecken verloren: Für die Gerechten ist der Tod nur mehr ein Tor zum Himmel, zur ewigen glückseligen Gemeinschaft mit Gott, unserem Vater. Diesen Durchgang zum Leben demonstriert uns Jesus durch seine Auferstehung. Jesus sagt in Offb 1,17+18: „Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebendige. Ich war tot, doch siehe, ich lebe in alle Ewigkeit und ich habe die Schlüssel zum Tod und zur Unterwelt.“

Wir dürfen also mit Jesu Auferstehung jubeln, denn Er hat uns zu seinen geliebten Kindern erhoben und wir sind berufen, ewig mit Ihm zu leben! Halleluja!

Siehe auch Mini.Kat:
+ Die Osternacht erklärt: https://youtu.be/6G85xybhAI4
+ Auferstehung – Was bedeutet das?: https://youtu.be/FEzahjEiT_s

Sowie: Johannes Hartl:
+ Die christliche Botschaft von Ostern einfach erklärt: https://youtu.be/1WfZSqRY4Rs